Risiken

Änderungen des Miet- und Baurechts sowie des Steuer- und Umweltrechts haben direkten Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von Vonovia. Zudem kann eine negative Reputation die Vermietung von Wohnungen erschweren sowie negativen Einfluss auf die Kapitalbeschaffung haben.

Eine fehlerhafte Einschätzung von Mikrolagen und der Makrostandortqualität oder eine Erhöhung des Zinsniveaus haben direkten Einfluss auf den Verkehrswert des Portfolios und auch durch Umfeldveränderungen oder Fehleinschätzungen bei Akquisitionsentscheidungen können Risiken entstehen. Können Geschäftsprozesse nicht in Eigenleistung erbracht werden, steigt das Risiko von Ausfällen von Subunternehmern bei Instandhaltungs-, Modernisierungs- und Bauleistungen. Mögliche gedämpfte Konjunkturerwartungen können zu finanziellen Risiken führen.

Es können Risiken durch Altlasten einschließlich Bergbauschäden, Bodenbeschaffenheit, Kriegsmunition und Schadstoffen in Baumaterialien auftreten. Auch potenzielle Verstöße gegen das Baugesetzbuch oder im Zusammenhang mit der Beauftragung von Subunternehmern (z. B. Nichteinhaltung von Arbeitnehmerrechten oder Verletzung von Menschenrechten) stellen potentielle Risiken dar. Folgeschäden aus dem Klimawandel, beispielsweise durch Extremwetterlagen mit Starkregen und Überschwemmungspotenzial oder Sturmschäden, könnten zu einem erhöhten Risiko für den Immobilienbestand führen.

Die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) der G20-Staaten untersucht die finanziellen Folgewirkungen des Klimawandels und hat Empfehlungen für die freiwillige Offenlegung von Klimarisiken für betroffene Unternehmen aller Sektoren erarbeitet.

Für Vonovia sind folgende Risiken relevant:

  • Veränderungen des gesetzlichen Rahmens in Bezug auf Produkte und Dienstleistungen: Verschärfungen der gesetzlichen Anforderungen (z. B. der Energieeinsparverordnung) oder die Einführung einer CO2-Bepreisung könnten einen direkten und relevanten Einfluss auf die Rentabilität des Geschäftsmodells haben. Eine Verteuerung des Bauens bzw. Modernisierens würde den Zielkonflikt zwischen bezahlbarem Wohnraum und Klimaschutzzielen weiter verschärfen.
  • Falsche Allokation von langfristigen zu kurzfristigen Vermögenswerten: Das Geschäftsmodell besteht aus der langfristigen und nachhaltigen Bewirtschaftung von Wohnimmobilien. Insbesondere Langzeitfolgewirkungen des Klimawandels könnten Auswirkungen auf den Immobilienbestand haben. Kurz- bis mittelfristige Risiken sind allerdings nicht erkennbar.

Die weiteren von TCFD benannten Risiken sind für die Wohnungswirtschaft in Deutschland von untergeordneter Bedeutung. Einfluss nehmen könnten Kostensteigerungen bei Baumaterialien, Zunahme von Versicherungskosten infolge von Extremwetterschäden oder ein verändertes Kundenverhalten durch eine erhöhte Nachfrage nach emissionsarmen Wohnraum und weniger Wohnfläche. Die beiden ersten könnten mit tatsächlichen Kostensteigerungen und verteuertem Wohnraum verbunden sein. Eine gesteigerte Nachfrage nach kleineren Wohnungen wäre für Vonovia aufgrund der Portfoliostruktur sogar positiv zu bewerten.

Sämtliche mit dem Klimawandel und mit Maßnahmen des Klimaschutzes verbundene Kostensteigerungen belasten den ohnehin angespannten Mietmarkt weiter und ziehen Folgewirkungen auf gesellschaftlicher Ebene nach sich. 102-11

Aktuell sind keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand von Vonovia gefährden könnten. 102-11

Eine detailliertere Beschreibung der Chancen und Risiken finden Sie im Geschäftsbericht. (siehe GB 2017, Chancen und Risiken)