Gesellschaftliches Engagement

Beteiligungskonzepte

Sehr wichtig bei der Umsetzung von Quartiersmaßnahmen ist auch die Berücksichtigung sogenannter „weicher“ Faktoren. Dabei sind oftmals divergierende Interessen zu berücksichtigen. Über die aktive Einbindung der Bewohnerschaft, öffentlicher Interessengruppen und weiterer Stakeholder im Quartier sowie die Kooperation mit Ländern und Kommunen werden Lösungsansätze für ein lebenswertes Quartier erarbeitet.

Vor diesem Hintergrund versuchen wir, unsere Mieter immer frühzeitig über die geplanten Maßnahmen zu informieren und im Zuge dessen für eine aktive Mitarbeit zu gewinnen. So binden wir unsere Mieter unter anderem bei der Gestaltung des Wohnumfelds (z. B. über Mieterworkshops zur aktiven Fassaden- und Spielplatzgestaltung, Planung von Wegeführungen, etc.) ein. Aktuell erarbeiten wir ein umfassendes Beteiligungskonzept für Mieter und Politik in Zusammenarbeit mit einem externen Bürgerbeteiligungs-Dienstleister in Berlin. Die Resonanz unserer Kunden auf Mieterversammlungen und ihre hohe Bereitschaft, Ideen und Wünsche einzubringen, helfen uns dabei, ihre Einstellung zu erfahren und bedarfsorientierte Maßnahmen zu entwickeln. 103-3

Gesellschaftliche Unterstützungsangebote

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Wir sind uns bewusst, dass eine effektive, nachhaltige Verbesserung der Wohnqualität unserer Kunden nicht allein mit den genannten Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Bausubstanz und Infrastruktur erreicht werden kann. Zu der Entwicklung von Quartieren tragen in erster Linie die Menschen vor Ort bei – die Nachbarn, Anwohner und Gewerbetreibenden. Ihre Nachbarschaftsinitiativen, soziale Einrichtungen, Vereine und Kulturinstitutionen sind es, die für Stabilität, Vielfalt und Wohlbefinden im Viertel sorgen. Dabei ist jedes Quartier individuell und von unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen geprägt: mal sind es mangelnde Zugangsmöglichkeiten zu Bildung, mal das generationsübergreifende Zusammenleben oder das Fehlen kultureller Einrichtungen.

Vonovia kooperiert daher lokal mit sozialen und staatlichen Einrichtungen wie Kitas und Schulen, mit Wohlfahrtsverbänden und weiteren Sozialträgern, mit gemeinnützigen Institutionen und Kultureinrichtungen. Dabei unterstützen wir über unsere Geschäftsbereiche konkrete Projekte und Initiativen vor Ort. Wir orientieren uns dabei an den Vorgaben unserer Spenden- und Sponsoringrichtlinie und fördern Projekte aus den Bereichen Zusammenleben, Bildung und Kultur, die zur Entwicklung unserer Quartiere beitragen. Wir unterscheiden dabei nach finanziellen Förderungen, Sachleistungen und dem persönlichen Engagement durch unsere Mitarbeiter. Dies ist keine trennscharfe Unterteilung, da häufig Kombinationen der verschiedenen Förderinstrumente eingesetzt werden.

Ziel aller Maßnahmen ist die bedarfsgerechte Unterstützung und Entwicklung derjenigen Quartiere, in denen wir Immobilienbestand haben. Eine Überprüfung der Wirkung der durchgeführten Maßnahmen erfolgt bislang noch nicht systematisch. Über Feedback- und Gesprächsrunden mit den beteiligten Akteuren werden aber Erfahrungswerte gesammelt und verarbeitet.

Die folgenden Beispiele stellen nur einen kleinen Ausschnitt unserer zahlreichen Aktivitäten dar:

Finanzielle Förderungen: Vonovia unterstützt die gemeinnützige Bildungsorganisation Teach First Deutschland, die sich für faire Chancen und ein Recht auf Bildung für alle Kinder einsetzt, durch die finanzielle Förderung von fünf Fellows. Diese sind an sogenannten Brennpunktschulen in Berlin, Dortmund, Hamburg, Köln und Stuttgart eingesetzt. Dort unterstützen sie die Schüler, arbeiten in Willkommensklassen und im normalen Schulbetrieb und fördern so die Integration in den Quartieren. Auch Projektarbeit gehört dazu, um die Vernetzung mit dem Quartier und dem Umfeld zu stärken, wie beispielsweise „Urban Gardening“, der Bau einer Naturbeobachtungsstation oder auch die Renovierung von Schulgebäuden. Außerdem finden Berufsorientierungen und Betriebsbesichtigungen statt, um so geeignete Anschlussoptionen für die Jugendlichen zu finden.

Mit dem Projekt „Anti Anti – Museum goes Schule“ setzen Vonovia, das Jüdische Museum Frankfurt und das dazugehörige Pädagogische Zentrum auf Extremismusprävention. Das Programm richtet sich an berufsbildende Schulen, in denen der Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund oder brüchigen Bildungsbiografien besonders hoch und zugleich das kulturelle Bildungsangebot gering ist. Jeweils ein halbes Jahr können teilnehmende Frankfurter Berufsschulen, Lehrer wie Schüler, in Workshops ihre interkulturellen Kompetenzen stärken. Für die Jugendlichen stehen dabei Persönlichkeitsbildung und die kulturelle Teilhabe im Vordergrund. Das Besondere: Die Lerneinheiten finden nicht im Klassenraum oder Museum statt, sondern dort, wo die Jugendlichen zu Hause sind. In ihren Quartieren und an ganz unterschiedlichen Orten der Stadt.

Zahlreiche Projekte widmen sich der Beratung von Menschen, die unter finanziellen Nöten leiden oder auf Unterstützungsleistungen angewiesen sind. So unterstützt Vonovia beispielsweise die Schuldnerberatung der Diakonie in Heidenheim oder den StromSparCheck, ein Energiesparberatungsangebot der Caritas in Dortmund. In Bremen fördert Vonovia in Kooperation mit dem Haus der Zukunft die Personalstelle einer Sozialarbeiterin zur individuellen Mieterberatung, in Hamburg werden gemeinsam mit der AWO Beratungs- und Unterstützungsleistungen für ältere Mieter bereitgestellt.

Sachleistungen: Um den Zusammenhalt von Mietern und das Zusammenleben in Nachbarschaften zu fördern, unterstützt Vonovia Mieterfeste und Weihnachtsfeiern – beispielsweise mit Geschirr und Tischdecken, Weihnachtsbäumen oder weiteren praktischen Gebrauchsgegenständen. Das Thema Nachbarschaften erhält bei uns in 2018 neue Dynamik. Dann fördert Vonovia nämlich den Deutschen Nachbarschaftspreis, der von der gemeinnützigen nebenan.de Stiftung ausgerichtet wird. Mit dem bundesweiten Preis werden Nachbarschaftsinitiativen ausgezeichnet.

Ein wichtiges Instrument für die Förderung von sozialen Einrichtungen und Organisationen stellt die Bereitstellung von mietzinsfreiem oder mietzinsreduziertem Wohnraum dar. Diese für ein Wohnungsunternehmen naheliegende Form der Unterstützung ist auch bei Vonovia weit verbreitet und ermöglicht unseren gesellschaftlichen Kooperationspartnern den Auf- und Ausbau ihrer Organisationen. Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten ist dabei groß und richtet sich nach dem Bedarf und den Möglichkeiten vor Ort:

So profitiert beispielsweise ein SOS-Kinderdorf im Bremer Norden von der Möglichkeit, eine Kita in unseren Räumen zu betreiben. Eine Straßenschule in Dresden und die Umwidmung eines alten Drogeriemarktes in eine Sozialstation in Köln zeigen ebenso die Vielfalt wie eine Pop-Up-Galerie im Essener Eltingviertel. Dort entwickelt sich gerade eine kreative Szene: Zwei angehende Industriedesigner der Folkwang Universität nutzen kostenlos ein angegliedertes Atelier für ihre Projekte. Dort entwickeln sie aus Sperrmüll Möbel und wirken so kreativ im Quartier. Parallel betreiben im selben Atelier zwei weitere Künstler das Projekt „Vernetzte Nachbarschaft“. In Hannover kooperiert Vonovia mit dem Projekt Nachbarschaftsarbeit und hat in diesem Rahmen drei Wohnungen kostenfrei für den Betrieb eines Kids-Clubs, eines Fitness-Centers und eines Computerclubs zur Verfügung gestellt – und fördert so die Integration verschiedener Nationalitäten, Religionen und Kulturen. In Osnabrück fördert ein Quartierstreffpunkt die Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen.

Ein besonders gelungenes Beispiel für die Bedeutung des kooperativen Miteinanders konnte in Köln-Gremberghoven realisiert werden: Gemeinsam mit der Stadt Köln, der Lukas Podolski Stiftung sowie dem gemeinnützigen Jugendhilfeträger RheinFlanke e. V. wurde das Quartier an den Bedarfen der Jugendlichen ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht ein neuer funktionaler und moderner Sportplatz (das Gelände hat Vonovia gestiftet, die Tischtennisplatte die Vonovia-Stiftung, die finanziellen Baukosten die Lukas Podolski Stiftung getragen). Unmittelbar angrenzend ist ein neuer Jugendtreff entstanden, der aus umgebauten Seecontainern zusammengesetzt wurde. Vonovia hat hier mit dem Technischen Service den Badausbau umgesetzt. Betrieben wird er vom Verein RheinFlanke, der sich um die Jugendlichen in Gremberghoven kümmert: Fußballtrainings, spezielle Mädchenangebote, Kinderturnen und Handwerkskurse in einer Fahrradwerkstatt gehören dabei ebenso zu dem Angebot wie eine individuelle Berufsberatung. In Zusammenarbeit mit den Partnern und vielen ortsansässigen Vereinen werden außerdem Feste und Ferienfreizeiten organisiert. Auch die Integration der Bewohner der örtlichen Flüchtlingsunterkunft ist Teil der Arbeit des Jugendhilfeträgers. Auf diese Weise soll ein gemeinsames friedliches Aufwachsen im Stadtteil ermöglicht werden. Die Stadt Köln unterstützt das Projekt durch die Bereitstellung einer Personalstelle für einen Jugendsozialarbeiter.

Mitarbeiterengagement: Die Mitarbeiter von Vonovia engagieren sich ehrenamtlich in zahlreichen Projekten und Initiativen. Auch wenn wir dieses noch nicht strategisch und zielgerichtet einsetzen, unterstützen wir das private Engagement unserer Beschäftigten. Engagierte Mitarbeiter passen zu unserer Unternehmenskultur. So entstehen auch ohne eine zentrale Steuerung an zahlreichen Stellen Initiativen und Projekte, die auch in das Unternehmen hineinreichen. So unterstützen beispielsweise zahlreiche Mitarbeiter bedürftige Kinder zu Weihnachten im Rahmen von Kinderwunsch-Aktionen.

Mit unseren Monteuren haben wir einen großen Fundus an handwerklichen Kompetenzen und Unterstützungsmöglichkeiten. Dieser trifft auf einen entsprechend großen Bedarf einer Vielzahl sozialer Einrichtungen. Im Kompetenzzentrum Oberlinhaus in Potsdam, in dem körperlich- und mehrfachbehinderte Menschen betreut werden, haben Mitarbeiter der Vonovia zusammen mit Kindern, Jugendlichen und Betreuern den Gemeinschaftsraum auf Kosten und mit fachmännischer Unterstützung von Vonovia innerhalb eines Tages umgestaltet. Ein Ansatz, der in Zukunft ausgebaut werden könnte.