17 Ertragsteuern

in Mio. €

 

2016

 

2017

 

 

 

 

 

Laufende Ertragsteuern

 

40,0

 

35,1

Aperiodische laufende Ertragsteuern

 

10,2

 

3,1

Latente Steuern – temporäre Differenzen

 

1.353,9

 

1.449,3

Latente Steuern – Verlustvorträge

 

-57,2

 

-47,0

 

 

1.346,9

 

1.440,5

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Ergebnisses des Geschäftsjahres ermittelt. Für das Geschäftsjahr 2017 beträgt bei den inländischen Gesellschaften der zusammengefasste Steuersatz aus Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag 15,8% (2016: 15,8%). Einschließlich der Gewerbesteuer von annähernd 17,3% (2016: 17,3%) ergibt sich für 2017 im Inland grundsätzlich ein Gesamtsteuersatz von 33,1% (2016: 33,1%). Für die in Österreich ansässigen Gesellschaften beträgt der Körperschaftsteuersatz 25,0%. Die Vonovia Finance B. V. unterliegt mit ihren Einkünften dem niederländischen Steuerrecht; laufende Steuer fällt dort in Höhe von 2,3 Mio. € (2016: 2,0 Mio. €) an. Die weiteren in den Niederlanden ansässigen immobilienhaltenden Gesellschaften sind in Deutschland beschränkt körperschaftsteuerpflichtig. Diese und die anderen ausländischen Gesellschaften zahlen in den Ansässigkeitsstaaten aus Konzernsicht unwesentliche Steuern.

Im Jahr 2016 waren wegen des Wegfalls der erweiterten Grundstückskürzung bei verschiedenen Gesellschaften passive latente Steuern dort erstmalig auch mit Gewerbesteuer zu bewerten; dieser Effekt hat im Vorjahr zu einem latenten Steueraufwand von 46,7 Mio. € geführt. Dieser Effekt entsteht in diesem Jahr nicht, da bei sämtlichen betroffenen Gesellschaften die latenten Steuern nunmehr auch mit Gewerbesteuer bewertet sind.

Für inländische abzugsfähige temporäre Differenzen (ohne Verlustvorträge) in Höhe von 18,4 Mio. € (31.12.2016: 21,4 Mio. €) wurden weder latente Körperschaftsteuern, noch latente Gewerbesteuern aktiviert, da ihre künftige Nutzung nicht wahrscheinlich ist. Auf österreichische abzugsfähige Differenzen (ohne Verlustvorträge) in Höhe von 15,8 Mio. € (31.12.2016: 0,0 Mio. €) wurden entsprechend keine latenten Körperschaftsteuern aktiviert.

Zum 31. Dezember 2017 bestehen im Inland körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 3.840,8 Mio. € (31.12.2016: 3.636,9 Mio. €) sowie gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 2.040,1 Mio. € (31.12.2016: 1.899,2 Mio. €), für die aktive latente Steuern insoweit gebildet wurden, als ihre Realisierbarkeit mit hinreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. In Österreich bestehen zum 31. Dezember 2017 körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 165,4 Mio. € (31.12.2016: 0,0 Mio. €), für die ebenfalls aktive latente Steuern gebildet wurden, soweit ihre Realisierbarkeit hinreichend wahrscheinlich ist. Die Erhöhung der steuerlichen Verlustvorträge resultierte aus laufenden steuerlichen Verlusten in einzelnen Gesellschaften und dem Zusammenschluss mit der conwert-Gruppe.

Für in- und ausländische körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 968,4 Mio. € (31.12.2016: 949,8 Mio. €) wurden in der Bilanz keine latenten Steuern aktiviert, hiervon sind im Geschäftsjahr 2017 29,0 Mio. € (2016: 13,5 Mio. €) neu entstanden. Diese Verlustvorträge sind nach bestehender Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig. Aus dem Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf die neu entstandenen körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge resultiert ein Steuereffekt von 4,6 Mio. € (2016: 2,1 Mio. €). Daneben bestehen weitere unbegrenzt vortragsfähige gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 623,2 Mio. € (31.12.2016: 631,2 Mio. €), die nicht zu aktiven latenten Steuern geführt haben. Hiervon sind 25,0 Mio. € im Geschäftsjahr 2017 neu entstanden (2016: 7,1 Mio. €), der Steuereffekt hieraus beträgt 4,3 Mio. € (2016: 1,2 Mio. €).

Die Neubewertung von aktiven latenten Steuern auf bereits im Vorjahr bestehende temporäre Differenzen und Verlustvorträge führte im Geschäftsjahr 2017 zu Erträgen in Höhe von 27,7 Mio. € (2016: 30,4 Mio. €).

Latente Steuern auf Zinsvorträge werden aktiviert, soweit es wahrscheinlich ist, dass der Zinsvortrag in der Zukunft genutzt werden kann. Aufgrund der Kapitalstruktur des Konzerns ist die Nutzung eines Zinsvortrags in der Zukunft nicht wahrscheinlich. Deshalb werden auf Zinsvorträge in Höhe von 675,5 Mio. € (31.12.2016: 557,5 Mio. €) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Im Geschäftsjahr 2017 erhöhten nichtabziehbare Zinsen in einzelnen Gesellschaften den Zinsvortrag um 104,6 Mio. € (2016: 179,3 Mio. €). Der aus dem Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf den neu entstandenen Zinsvortrag resultierende Steuereffekt beträgt 34,6 Mio. € (2016: 59,4 Mio. €).

Die Überleitungsrechnung zwischen dem effektiv ausgewiesenen Steueraufwand und dem erwarteten Steueraufwand, der sich aus dem Produkt des Konzernergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit dem im Inland anzuwendenden Steuersatz ermittelt, ergibt sich aus der folgenden Aufstellung:

in Mio. €

 

2016

 

2017

 

 

 

 

 

Ergebnis vor Steuern

 

3.859,8

 

4.007,4

Ertragsteuersatz in %

 

33,1

 

33,1

Erwarteter Steueraufwand

 

1.277,6

 

1.326,4

 

 

 

 

 

Gewerbesteuereffekte

 

42,7

 

-16,0

Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben

 

43,2

 

23,5

Steuerfreies Einkommen

 

-1,0

 

-19,0

Änderung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und temporäre Differenzen

 

-30,4

 

-27,7

Nicht angesetzte neu entstandene Verlust- und Zinsvorträge

 

62,7

 

43,5

Aperiodische laufende Ertragsteuern und Steuern auf Garantiedividenden

 

13,7

 

7,4

Steuereffekt aus Impairment Geschäfts- oder Firmenwert

 

 

111,7

Abweichende ausländische Steuersätze

 

-54,0

 

-15,4

Übrige Steuereffekte (netto)

 

-7,6

 

6,1

Effektive Ertragsteuern

 

1.346,9

 

1.440,5

Effektiver Ertragsteuersatz in %

 

34,9

 

35,9

Die latenten Steuern setzen sich wie folgt aus temporären Differenzen und ungenutzten Verlustvorträgen zusammen:

in Mio. €

 

31.12.2016

 

31.12.2017

 

 

 

 

 

Immaterielle Vermögenswerte

 

 

2,9

Investment Properties

 

1,2

 

8,9

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

 

0,1

 

0,9

Sachanlagen

 

0,2

 

0,4

Finanzielle Vermögenswerte

 

3,6

 

5,4

Sonstige Vermögenswerte

 

52,5

 

52,2

Pensionsrückstellungen

 

86,7

 

82,2

Übrige Rückstellungen

 

13,5

 

11,9

Verbindlichkeiten

 

94,1

 

100,3

Steuerliche Verlustvorträge

 

641,9

 

731,8

Aktive latente Steuern

 

893,8

 

996,9

in Mio. €

 

31.12.2016

 

31.12.2017

 

 

 

 

 

Immaterielle Vermögenswerte

 

3,4

 

5,0

Investment Properties

 

4.541,7

 

6.171,6

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

 

9,7

 

23,9

Sachanlagen

 

7,8

 

6,9

Finanzielle Vermögenswerte

 

5,0

 

Sonstige Vermögenswerte

 

7,0

 

12,6

Übrige Rückstellungen

 

31,5

 

52,0

Verbindlichkeiten

 

37,6

 

37,2

Passive latente Steuern

 

4.643,7

 

6.309,2

Überhang passive latente Steuern

 

3.749,9

 

5.312,3

Eine Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt, soweit sowohl eine Identität des Steuergläubigers und der Steuerbehörde als auch Fristenkongruenz bestehen. Infolgedessen werden folgende aktive bzw. passive latente Steuern bilanziert:

in Mio. €

 

31.12.2016

 

31.12.2017

 

 

 

 

 

Aktive latente Steuern

 

19,6

 

10,3

Passive latente Steuern

 

3.769,5

 

5.322,6

Überhang passive latente Steuern

 

3.749,9

 

5.312,3

Die Veränderung des Bestands latenter Steuern stellt sich wie folgt dar:

in Mio. €

 

2016

 

2017

 

 

 

 

 

Überhang passive latente Steuern zum 1. Januar

 

2.456,0

 

3.749,9

Latenter Steueraufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung

 

1.296,7

 

1.402,3

Latente Steuern in Zusammenhang mit Erstkonsolidierungen

 

1,8

 

149,1

Im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderung latenter Steuern auf zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

 

1,5

 

2,4

Im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderung latenter Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen

 

-10,6

 

1,7

Im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderung latenter Steuern auf derivative Finanzinstrumente bezüglich Verbindlichkeiten

 

5,7

 

7,4

Direkt im Eigenkapital erfasste latente Steuern auf abgegrenzte Kapitalbeschaffungskosten in Zusammenhang mit der Begebung eines Hybrids mit unbegrenzter Laufzeit

 

-0,4

 

-0,2

Direkt in der Kapitalrücklage erfasste latente Steuern auf Kapitalbeschaffungskosten für Kapitalerhöhungen

 

-0,8

 

Sonstiges

 

 

-0,3

Überhang passive latente Steuern zum 31. Dezember

 

3.749,9

 

5.312,3

Für bei Tochtergesellschaften aufgelaufene Gewinne in Höhe von 15.108,4 Mio. € (31.12.2016: 10.505,9 Mio. €) werden keine latenten Steuerschulden passiviert, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit investiert bleiben sollen bzw. keiner Besteuerung unterliegen. Bei einer Ausschüttung oder Veräußerung der Tochtergesellschaften würden 5% der ausgeschütteten Beträge oder der Veräußerungsgewinne der deutschen Besteuerung unterliegen, sodass sich hieraus in der Regel eine zusätzliche Steuerbelastung ergeben würde.