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Es ist Zeit,
Wohnen neu zu denken

Mein Mieter ist mein Kunde – Ein neues Kundenbild für eine neue Zeit
Frau und Herr Debski sitzend (Foto)

Mein
Mieter

ist mein
Kunde

Ein neues Kundenbild für eine neue Zeit

Zeit für Veränderung
Familie Debski ist schon länger Kunde bei Vonovia. Für ihren Wunsch, die Badmodernisierung mit ebenerdiger Dusche, neuen Fliesen und Energieleitungen, einem modernen Wand-WC und einer Handtuchheizung, haben Sie sich direkt an die Vonovia Zentrale gewandt.

Während sich andere Branchen längst in die Dienstleistungsgesellschaft aufgemacht haben, konnte es sich die Immobilienwirtschaft lange Zeit noch leisten, in der alten Welt der Versorgung zu verharren. Nun ist auch in unserer Branche diese Zeit vorbei. Mieter sind Kunden, die sich mit ihrem Wohnungsanbieter auf Augenhöhe bewegen, die gefragt und begleitet werden wollen. Diese wichtige Aufgabe haben wir bei Vonovia inzwischen wieder in die eigenen Hände genommen: Über eine hohe Erreichbarkeit, mit eigenen Hausmeistern und Handwerkern, mit Objektbetreuern vor Ort und seit kurzem mit einer eigenen Servicesparte für das Wohnumfeld.

Mit ihrem Einstieg in die deutsche Immobilienwirtschaft haben die Private-Equity-Investoren ein neues, aber auch schwieriges Kapitel aufgeschlagen. Sie haben jedoch einen Prozess in Gang gesetzt, der längst überfällig war: die marktwirtschaftliche Betrachtung des Themas Wohnen. In anderen gesellschaftlichen Bereichen der „Grundversorgung“ konnten wir dies in den letzten zwanzig Jahren bestens beobachten: in der Gesundheit, bei der Energie, im öffentlichen Personentransport. Die Öffnung für marktwirtschaftliche Prinzipien hat auch dort noch nicht alles perfekt gemacht, vieles aber ist inzwischen deutlich besser für die Kunden geworden als vor zwei Jahrzehnten.

Aber das „Gut Wohnen“ ist noch einmal etwas Besonderes. Es berührt eines unserer bedeutendsten Grundbedürfnisse und ist damit einer der emotionalsten Aspekte des täglichen Lebens. Und: Die Wohnung, das Zuhause, ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Dementsprechend steht das Thema sowohl unter sozialen, politischen als auch gesellschaftlichen Gesichtspunkten permanent im Fokus der öffentlichen Diskussion. Wer hier Veränderung vorantreibt, muss mit vielen Fragen rechnen. Dies haben auch die großen Private-Equity-Investoren erlebt.

Deutschland ist ein Mieterland, anders als die USA oder Großbritannien, sodass die Zeit der Private Equity-Investoren mit ausschließlich renditeorientierten Modellen inzwischen Geschichte ist. Sie nehmen die Erkenntnis mit: In Deutschland funktioniert erfolgreiche Wohnungsbewirtschaftung nur mit dem Übernehmen von Verantwortung – nicht nur für die Bestände, sondern auch für den Kontext, in dem die Mieter leben. Und über Kooperation – mit den Mietern und ihren Interessenvertretern, und wenn man groß denkt: mit den Kommunen und dem Gesetzgeber.

Verantwortung und Kooperation: An diesen Punkten knüpfen wir mit Vonovia an. Und wir ergänzen sie um einen für das marktwirtschaftliche Funktionieren unseres Modells zentralen dritten Aspekt: Kundenorientierung. Unsere Mieter sind unsere Kunden. Damit sind die Menschen, die bei uns wohnen, nicht länger passive Leistungsempfänger, sondern werden zu aktiven Mitspielern, mit Fragen, Wünschen und Ansprüchen. Die mündige Kundenrolle ist ihnen aus anderen Zusammenhängen längst vertraut. Deshalb wissen sie auch, dass ihr Zuhause kein Verbrauchsgut ist, sondern Pflege braucht und sich rechnen muss. Sie sehen, wie ihre Nachbarn leben, und haben eine Vorstellung davon, was vielleicht auch zu ihnen passt. Und wenn sie sich in ihrer Wohnung zuhause fühlen, fragen sie sich natürlich, ob sie für sie auch noch in zehn Jahren funktioniert.

„Wenn ich die Heizung repariert habe, weiß ich immer auch, ob das Klima im Wohnumfeld stimmt.“

Michael Bandt, Fliesen-, Platten und Mosaikleger bei der Deutschen TGS Gruppe

Zwei Männer studieren Wohnungsplan (Foto)

 

40,2

Es gibt in Deutschland 40,2 Millionen „wichtigste Orte“. So viele Haushalte gibt es in in unserem Land. Als Vermieter für mehr als 1 Million Menschen können wir von Vonovia dazu beitragen, dass diese Orte für die Menschen Wohlfühlorte sind.

Zeit anzupacken
Michael Bandt legte die Fliesen im neuen Badezimmer der Debskis. Schnell, sauber, freundlich und gut ist seine Devise.

Werkzeug (Foto)
Michael Bandt, TGS bei Heizungsmontage (Foto)

Für unseren Unternehmensalltag bei Vonovia bedeutet dieses neue Verständnis, dass wir zuallererst Dienstleister sind und bei allem, was wir tun, konsequent von der Kundenseite her denken. Vom Kunden her denken bedeutet für uns, dass wir stets prüfen, was der Kunde heute braucht und was er sich für morgen wünscht.

Das finden wir heraus, indem wir die Menschen vor Ort fragen. Und indem wir die Hintergründe betrachten: Wir beobachten die Altersstruktur unserer Kunden und analysieren die demografische Entwicklung an unseren Standorten. Wir schauen uns die Entwicklung der Renten an und setzen uns mit den Überlegungen der gesellschaftlichen Institutionen auseinander. Und dann sind wir kreativ: Wir legen unsere alten Denkmuster beiseite und überlegen, wie wir die Zufriedenheit unserer Kunden sichern und verbessern können.

300 x 2 grüne Daumen

Seit 2015 betreiben wir für unseren Vonovia Bestand eine eigene Gartenbaufirma: Unsere Pflegeteams mähen den Rasen, schneiden Hecken und pflegen die 200.000 Bäume in dem gesamten Bestand. Sie erneuern die Wege, pflegen die Müllplätze und optimieren die Spielgeräte auf unseren mehr als 1.000 Spielplätzen. Viele Pflegefragen klären sich damit für unsere Kunden gleich vor Ort.

Dabei kommt die Pflicht vor der Kür: Das Wichtigste für unsere Kunden ist, dass sie uns mit ihren Anliegen erreichen können. Das Thema Erreichbarkeit haben wir inzwischen gut im Griff. Um diese noch weiter zu verbessern, haben wir zu Beginn dieses Jahres in Dresden einen zusätzlichen Standort des Kundenservice mit über 200 Mitarbeitern aufgebaut und zudem die telefonischen Erreichbarkeitszeiten deutlich ausgeweitet: Nun sind wir werktags von 7 bis 20 Uhr und samstags von 8 bis 16 Uhr erreichbar. Sollte außerhalb dieser Zeiten mal ein Wasserrohr platzen oder die Heizung ausfallen, ist unsere Notrufhotline 24 Stunden am Tag erreichbar. Im Sommer 2016 werden wir außerdem einen neuen Standort für den Kundenservice in Duisburg eröffnen. So fassen wir die 650 Mitarbeiter, die bisher an unterschiedlichen Orten im Ruhrgebiet verteilt gearbeitet haben, an einem Standort zusammen, der bestens für die Anforderungen einer modernen Kundenbetreuung ausgestattet ist.

„Früher haben wir nur Wohnraum vermietet. Heute fragen wir unsere Kunden, was sie brauchen.“

Norbert Rieger, verantwortlich für den Kundenservice

Stefan Schmeißner beim Einbau einer Dusche (Foto)

 
Stefan Schmeißner
ist Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und sorgte beim Umbau für den fachgerechten Einbau von Dusche und Co.

Norbert Rieger, Vonovia Kundenservice (Foto)

Zeit zu betreuen
Norbert Rieger verantwortet den Bereich Kundenservice bei Vonovia. Für ihn hat der Dienstleistungsgedanke im Umgang mit den Kunden die oberste Priorität.

Stefan Schmeißner bei Waschbeckenmontage (Foto)

>400.000

mal sind wir auf das Jahr hochge­rechnet bei unseren Kunden vor Ort.

Stefan Schmeißner beim Händeschütteln (Foto)

Mindestens ebenso wichtig ist unseren Kunden, dass wir bei ihnen vor Ort präsent sind: Heute arbeiten deutschlandweit über 3.000 Hausmeister und Handwerker unmittelbar in und an unseren Beständen. Darüber hinaus wickeln wir seit kurzem die Wohnumfeldpflege unserer Bestände über einen eigenen Bereich ab. Das bedeutet, wir mähen unsere Rasenflächen selbst, pflegen die Hecken und über 220.000 Bäume in unserem Bestand, erneuern Wege, übernehmen Pflasterarbeiten oder optimieren die Abfallentsorgung. Unser Verständnis von einem Wohnumfeld zum Wohlfühlen endet aber nicht am Gartenzaun. Unsere neue Servicesparte entwickelt auch Freiflächen in unseren Siedlungen zum Spielen, Erholen oder Plauschen mit dem Nachbarn. Auch die Pflege und Gestaltung der über 1.000 Spielplätze wird über die Vonovia Wohnumfeld Service GmbH geleistet. Der neu geschaffene Wohnumfeld Service wächst derzeit, so wie unsere Handwerkerorganisation auch, zur größten seiner Art in Deutschland heran.

„Mit dem neuen, modernisierten Bad fühlen wir uns in unserer Wohnung nochmal wohler.“

Familie Debski, Vonovia Kunden seit über 10 Jahren

Zeit zum Genießen
Schnell, effizient, hochwertig, modern – nach nur zehn Arbeitstagen war die Badmodernisierung bei Familie Debski geschafft.

Was immer sinnvoll ist, holen wir zurück ins Unternehmen. Dazu stehen wir im laufenden Kontakt mit unseren Kunden und haben somit auch Qualität und Verantwortung der Leistungen selbst in der Hand. Gleichzeitig verlängern wir unsere Wertschöpfungskette, generieren Preisvorteile bei der Beschaffung und erhöhen die Effizienz in den Prozessen.

Effizienz. Dies ist für unser Geschäftsmodell ein Schlüsselbegriff. Denn die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kunden wachsen, ihre Zahlungsfähigkeit wächst aber nicht unbedingt. Darum setzen wir konsequent auf Standardisierung. Und auf Größe: Je größer der Bestand an einem Ort ist, desto effizienter lässt er sich bewirtschaften. Und dann sind auch für den Kunden viele Dinge möglich, die für ihn sonst unerschwinglich wären.

Frau und Herr Debski auf dem Balkon (Foto)
Warum nicht mehr? Ideen zum Wohlfühlen – Neue Leistungen erhöhen die Kundenzufriedenheit und damit die Bindung

Warum nicht mehr?
Ideen zum Wohlfühlen

Neue Leistungen erhöhen die Kundenzufriedenheit
und damit die Bindung

Teamfoto mit Konstantina Kanellopoulos (Foto)

Konstantina Kanellopoulos
verantwortet die „Ideenschmiede“ bei Vonovia. Hier entstehen Ideen, die den Alltag unserer Kunden verbessern sollen.

770

Eine neue Idee hat bei uns das Potenzial, sich auf einen Schlag an mehr als 770 Standorten in ganz Deutschland zu verbreiten.

Deutschlandkarte (Landkarte)Deutschlandkarte (Landkarte)

Das Schöne am Fortschritt ist, dass mit ihm die Möglichkeiten wachsen. Erst recht, wenn man Größenvorteile für ihre bezahlbare Erschließung nutzen kann. Mit dem Modell, den Kunden Dienstleistungen zu einem fairen Preis anzubieten, geht Vonovia dieses Thema aktiv an und nutzt es für die Pflege der Kundenzufriedenheit: Die flächendeckende Ausstattung der Wohnungen mit Breitbandanschlüssen ist nur der Anfang. Schritt für Schritt erschließt sich unser Unternehmen neue Felder.

„Früher war unser Geschäft Wohnungen, heute ist es Wohnen“, sagt Konstantina Kanellopoulos, Leiterin des Produktmanagements von Vonovia, auf die Frage, was der Unterschied zwischen der Deutschen Annington von früher und Vonovia von heute ist. Gemeinsam mit ihrem 30-köpfigen Team geht Kanellopoulos täglich der Frage nach, mit welchen neuen Leistungen Vonovia das Leben der Kunden einfacher machen und den Standard verbessern kann. Jede Idee ist erlaubt – solange sie drei Bedingungen erfüllt: Sie ist nah an der Lebensrealität, sie lässt sich schnell und pragmatisch umsetzen und sie ist bezahlbar.

Damit macht das Produktmanagement das, was man in anderen Firmen als Produktentwicklung bezeichnet. Und das mit Erfolg. Denn viele der Ideen, große und kleine, verbessern inzwischen den Lebensalltag der Kunden und erweitern das Geschäft von Vonovia.

„Mit jeder Idee, die wir umsetzen, wollen wir den Lebensalltag unserer Kunden verbessern.“

Konstantina Kanellopoulos, Leiterin Produktmanagement

Ein Paradebeispiel ist das Badezimmer. Für ältere Kunden sollte es barrierearm sein. Das Thema demografischer Wandel beschäftigt das Unternehmen im Alltag ohnehin intensiv. Was, wenn keine reguläre Sanierung oder Modernisierung ansteht, der Kunde aber statt einer Badewanne eine Dusche möchte? Kanellopoulos: „Heute ist das kein Problem. Im Gegenteil. Wir können ihm eine Lösung anbieten, die für ihn über einen festen Mietaufschlag absolut finanzierbar ist, und dabei kann er sogar aus verschiedenen Komfortvarianten wählen.“ Die Resonanz auf das Angebot liegt weit über den Erwartungen.

Erfolg motiviert. Denn, was für das Bad funktioniert, sollte auch bei Küchen klappen. Zwar ist das Thema komplexer, aber mit den Erfahrungen aus dem Bad-Prozess und in enger Kooperation mit einem erfahrenen Küchenhersteller ist man auch hier auf einem guten Weg zum nächsten Rollout.

Küchenzeile (Foto)

 
Eine neue Küche als Serviceleistung – bei Vonovia ist dies seit diesem Jahr im Programm.

Mann bei DHLPaket-Abholbox (Foto)

Manche Ideen werden auch an Vonovia herangetragen: Die DHL hat eine Paket-Abholbox entwickelt, die in Hausfluren angebracht werden kann. Pilotprojekte in Dortmund und Berlin zeigen: Auch dies kann für die Mieter ein attraktives Angebot sein.

170.000

Vonovia Wohnungen im ganzen Bundesgebiet werden mit Kabel-TV-Signalen versorgt.

50.000

weitere Wohnungen werden darüber hinaus mit Glasfasertechnologie ausgestattet.

Der Prozess der Produktentwicklung ist inzwischen sehr gut eingespielt. Dabei hilft, dass Vonovia mit der eigenen Handwerkerorganisation die Kompetenz im eigenen Haus hat. „Wir können unsere Ideen gleich mit denen durchsprechen, die unsere Kunden aus dem Alltag kennen und die Leistung am Ende auch vor Ort umsetzen.“ Unabhängig davon suchen die Teams auch in Bezug auf die Prozesse laufend nach Optimierungspotenzial: „Mit jeder Lösung lernen wir dazu. Das nutzen wir bei der Umsetzung der nächsten Idee.“

An aktuellen Projekten mangelt es dem Produktmanagement nicht. Eine Überlegung, an der eines der Teams zurzeit arbeitet, sind Notrufsysteme für den Haushalt. Währenddessen entwickelt ein anderes Team mit Unterstützung der Polizei Lösungen für den mechanischen Einbruchschutz. Schon länger beschäftigt sich das Produktmanagement mit Boxen für Rollatoren und Kinderwagen im Außenbereich der Häuser. Dies ist ein vermeintlich kleines Thema, aber es trägt enorm zum Nachbarschaftsfrieden bei.

Wenn es um neue Dienstleistungen geht, beschränkt sich Vonovia inzwischen auch nicht mehr auf die gegenständlichen Leistungen: „Wenn wir unseren Anspruch ernst nehmen, dass unser Thema Wohnen heißt, führt uns das auch in den unmittelbaren Alltag unserer Kunden hinein. Eine Frage ist zum Beispiel, welche Rolle wollen und können wir in Zukunft im Bereich der ambulanten Pflege spielen?“ Die Möglichkeiten eigener Pflegestützpunkte oder Pflegeleistungen werden im Team von Konstantina Kanellopoulos im Moment diskutiert. Die Überlegungen zeigen: Es gibt noch viel Potenzial.

Lebensqualität entsteht im Quartier – Das Eltingviertel in Essen, ein Pilotprojekt zur ganzheitlichen Quartiersentwicklung

Lebensqualität entsteht
im Quartier

Das Eltingviertel in Essen, ein Pilotprojekt zur ganzheitlichen Quartiersentwicklung

Baugerüst im Innenhof (Foto)

Vielfalt
wird im Eltingviertel schon heute groß geschrieben – dieser Geist und die gewachsenen Strukturen müssen bewahrt werden.

Ein gutes Quartiersklima sollte kein Zufall sein – vor allem, wenn man die Chance hat, es zu gestalten. Ein gutes Klima erhöht den Wohnwert, stärkt die Gemeinschaft und minimiert soziale Spannungen. Als Vermieter von größeren zusammenhängenden Beständen investiert Vonovia gezielt in Maßnahmen, die direkt und indirekt den Menschen zugutekommen, die in den Quartieren leben. Doch eine ganzheitliche Quartiersentwicklung bedarf des Engagements verschiedener Akteure. Wie gut es funktionieren kann, wenn Kommunen, Experten und Wohnungsunternehmen an einem Strang ziehen, zeigt das Projekt Eltingviertel in Essen.

Das Eltingviertel in Essen hat von seiner Anlage her alles, was ein attraktives Quartier ausmacht: kurze Wege ins Stadtzentrum, ins Grüne, zur Universität. Attraktive Altbauten mit geräumigen Hinterhöfen und Freiflächen. Aber viele Häuser sind sanierungsbedürftig, einige der Einwohner verfügen nur über begrenzte finanzielle Mittel und der Anteil von Bewohnern mit Migrationshintergrund ist hoch. Hinzu kommt, dass der nördliche Stadtteil, in dem sich das Eltingviertel befindet, nicht gerade zu den besten Adressen der Stadt zählt.

Um dies grundsätzlich zu ändern und das Potenzial des Stadtteils zu heben, bedarf es erheblicher Wirtschaftskraft. In vergleichbaren Fällen hat dies auch schon geklappt – allerdings oftmals mit dem Ergebnis, dass die alten Mieter auszogen.

Genau das aber soll mit dem Eltingviertel nicht geschehen. Das Quartier soll seinen bunten Charakter behalten und für die Bewohner, die dort zuhause sind, bezahlbar bleiben. Damit dies gelingt, haben Vonovia, die Stadt Essen und Experten der Innovation City Management GmbH 2015 gemeinsam ein Projekt zur ganzheitlichen und nachhaltigen Quartiersentwicklung aus der Taufe gehoben. Das Ziel ist anspruchsvoll, aber wird von allen Beteiligten voll unterstützt. So sollen die Immobilienwerte gesichert, CO2-Emissionen reduziert und die Lebens- und Wohlfühlqualität für die Menschen im Quartier erhöht werden. Dabei sollen der bauliche und auch der kulturelle Charakter des Stadtteils erhalten bleiben. Planungshorizont: 5 bis 10 Jahre. Der Start ist im Frühjahr 2015 bereits erfolgt.

Ein Rückblick: Der erste Impuls für den Prozess kam von Vonovia. Uns gehören im Eltingviertel rund 1.000 Wohnungen; das entspricht etwa 40% des Quartiers. Als Bewirtschafter müssen wir uns an unseren Orten regelmäßig fragen, mit welchem Konzept wir die Wohnungen und unsere Kunden begleiten wollen. Das taten wir vor zwei Jahren auch im Eltingviertel. Wie können wir den Bestand schützen? Wo müssen wir investieren? Was macht das Umfeld aus und inwiefern können wir es positiv beeinflussen?

>1.000

eigene Spielplätze deutschlandweit

Ein gesundes Quartier zeichnet sich dadurch aus, dass sich das Leben einzigartig entfaltet.

Klar war, es bestand Anlass zum Handeln: beim eigenen Bestand allein schon aus energetischen und im Wohnumfeld aus sozialen Gründen. Insgesamt war das Quartier in seiner Entwicklungsgeschichte in den 70er Jahren stehen geblieben. Wir stellten uns die Frage: Warum sollten wir nicht das Ganze in den Blick nehmen und gleich die anderen Interessengruppen mit an einen Tisch holen?

Gesagt, getan. Es folgten Gespräche mit der Stadt und Experten und anschließend die Beauftragung des Expertenteams von der Innovation City Management GmbH zu einer umfangreichen Sondierungsstudie unter dem Aspekt der ganzheitlichen Quartiersentwicklung. Die Ergebnisse – sie umfassten Empfehlungen für die energetische Optimierung unserer Gebäude und Vorschläge für die weitere städtebauliche Entwicklung des gesamten Viertels – wurden zur Grundlage für das umfassende Gemeinschaftsprojekt. Man setzte sich zusammen, erörterte, passte an, beschloss und legte los. Das gemeinsame Vorhaben wurde im Rahmen einer Zielvereinbarung zur nachhaltigen Entwicklung des Quartieres festgehalten.

Rosen vor Baugerüst (Foto)

>222.000

Bäume und 415.000 qm Baumgruppen in unserem Bestand

Neben den drei Initiatoren, der Stadt Essen, InnovationCity und uns, Vonovia, stehen weitere Institutionen hinter dem Projekt wie die Versorger Emschergenossenschaft, STEAG Fernwärme und RWE. Für die erfolgreiche Realisierung des Konzepts sollen sich auch die Bewohner selbst, private Einzeleigentümer, Institutionen für Bildung und Soziales, Religionsgemeinschaften, Vereine, Kreative und Engagierte sowie Einzelhandel und Gewerbetätige in die Umsetzung einbringen. Sie sind aktiv aufgefordert, sich an diesem Prozess zu beteiligen und ihre Ideen und Vorschläge, zum Beispiel bei der Gestaltung von Freiflächen sowie bei Fragen zum Thema Mobilität, einzubringen.

Status quo: In der ersten Phase des Projekts stehen die nördlichen Wohnkarrees von Vonovia im Fokus: Nachtspeicherheizungen werden gegen „grüne“ Fernwärme* ausgetauscht, Balkone angebaut, Fenster ausgetauscht, Keller- und oberste Geschossdecken gedämmt, Fassaden und Treppenhäuser überarbeitet und Hauseingangsbereiche erneuert. Hinzu kommt die umfassende Planung und Überarbeitung der Freiflächen. Bei allen Investitionen achten die Beteiligten darauf, dass die Wohnungen für die Mieter auch später finanzierbar bleiben. Damit das gelingt, beteiligt sich auch das Land Nordrhein-Westfalen mit öffentlichen Mitteln an dem Projekt. So werden ein Drittel der Wohnungen durch öffentliche Förderung als Beitrag zum bezahlbaren Wohnraum realisiert.

* „Grüne“ Fernwärme wird durch die Nutzung von regenativen Energien wie Biomasse (Holzpellets) und Biogasen (Biomethan) erzeugt und nicht durch die Nutzung fossiler Brennstoffe.

Wohnhaus im Eltingviertel (Foto)

Insgesamt hat Vonovia eine Investitionssumme von 29 Millionen Euro für das Projekt Eltingviertel bereitgestellt.

Während Vonovia am Bestand arbeitet, denkt man im Rathaus der Stadt Essen derzeit intensiv über die Gestaltung des öffentlichen Raums, die Verbesserung der Verkehrssituation und die Anbindung des Eltingviertels an die angrenzenden Quartiere nach. Neben den Sanierungsarbeiten wird Vonovia auch die Freiflächen und Innenhofbereiche lebens- und liebenswert gestalten, dies ist ein wichtiger Baustein im Konzept. Dazu wurde ein freiraumplanerischer Architektenwettbewerb unter Beteiligung der Stadt Essen, Politik und natürlich der Mieter durchgeführt. Das erarbeitete Freiflächenkonzept wird nun 2016 umgesetzt: Dunkle Innenhofbereiche weichen neu strukturierten, einladenden Grünflächen, die zum Verweilen und Spielen einladen.

Gemeinsam geht mehr. Das zeigt das Projekt Eltingviertel par excellence. Es lohnt sich, den Schritt aufeinander zu zu gehen, gemeinsam ein Ziel zu planen, sich sinnvoll zu ergänzen und die Lösung zusammen umzusetzen.