17 Ertragsteuern

in Mio. €

 

2015

 

2014

 

 

 

 

 

Laufende Ertragsteuern

 

27,2

 

8,0

Aperiodische laufende Ertragsteuern

 

-5,5

 

-4,7

Latente Steuern – temporäre Differenzen

 

732,7

 

194,2

Latente Steuern – Verlustvorträge

 

-14,6

 

-18,1

 

 

739,8

 

179,4

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Ergebnisses des Geschäftsjahres ermittelt. Für das Geschäftsjahr 2015 beträgt bei den inländischen Gesellschaften der zusammengefasste Steuersatz aus Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag 15,8% (2014: 15,8%). Einschließlich der Gewerbesteuer von annähernd 17,3% (2014: 16,8%) ergibt sich für 2015 im Inland ein Gesamtsteuersatz von 33,1% (2014: 32,6%). Die Vonovia Finance B.V. unterliegt mit ihren Einkünften dem niederländischen Steuerrecht; laufende Steuer fällt dort in Höhe von 0,9 Mio. € (2014: 0,4 Mio. €) an. Die weiteren in den Niederlanden und in Luxemburg ansässigen immobilienhaltenden Gesellschaften sind in Deutschland beschränkt körperschaftsteuerpflichtig. Diese und die irischen Gesellschaften zahlen in den Ansässigkeitsstaaten aus Konzernsicht unwesentliche Mindeststeuern.

Voraussichtliche Auswirkungen aus der sogenannten erweiterten Grundstückskürzung auf die inländische Gewerbesteuer werden bei der Bewertung der latenten Steuern berücksichtigt. Wegen des Wegfalls der erweiterten Grundstückskürzung bei einer Gesellschaft sind passive latente Steuern abweichend zum Vorjahr auch mit Gewerbesteuer zu bewerten. Dieser Effekt löst einen latenten Steueraufwand von 55,3 Mio. € aus.

Für inländische abzugsfähige temporäre Differenzen (ohne Verlustvorträge) in Höhe von 30,8 Mio. € (31.12.2014: 6,1 Mio. €) wurden keine latenten Körperschaftsteuern, für inländische abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 30,8 Mio. € (31.12.2014: 8,4 Mio. €) wurden keine latenten Gewerbesteuern aktiviert, da ihre künftige Nutzung nicht wahrscheinlich ist.

Zum 31. Dezember 2015 bestehen im Inland körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 3.540,7 Mio. € (31.12.2014: 1.751,8 Mio. €) sowie gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1.848,3 Mio. € (31.12.2014: 901,8 Mio. €), für die aktive latente Steuern insoweit gebildet wurden, als ihre Realisierbarkeit mit hinreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Die Erhöhung der steuerlichen Verlustvorträge resultierte aus laufenden steuerlichen Verlusten in einzelnen Gesellschaften sowie aus dem Zusammenschluss mit der GAGFAH-Gruppe.

Für körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1.047,8 Mio. € (31.12.2014: 310,8 Mio. €) wurden in der Bilanz keine latenten Steuern aktiviert, hiervon sind im Geschäftsjahr 2015 119,2 Mio. € (2014: 25,0 Mio. €) neu entstanden. Diese Verlustvorträge sind nach bestehender Rechtslage zeitlich und der Höhe nach unbegrenzt vortragsfähig. Aus dem Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf die neu entstandenen körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge resultiert ein Steuereffekt von 18,8 Mio. € (2014: 3,9 Mio. €). Daneben bestehen weitere unbegrenzt vortragsfähige gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 678,8 Mio. € (31.12.2014: 190,6 Mio. €), die nicht zu aktiven latenten Steuern geführt haben. Hiervon sind 112,0 Mio. € im Geschäftsjahr 2015 neu entstanden (2014: 23,0 Mio. €), der Steuereffekt hieraus beträgt 19,4 Mio. € (2014: 3,8 Mio. €).

Die Bewertung der aktiven latenten Steuern (ohne Wertberichtigungen auf neu entstandene steuerliche Verlust- und Zinsvorträge) führte im Geschäftsjahr 2015 zu Erträgen in Höhe von 1,7 Mio. € (2014: Aufwendungen von 2,6 Mio. €).

Latente Steuern auf Zinsvorträge werden aktiviert, soweit es wahrscheinlich ist, dass der Zinsvortrag in der Zukunft genutzt werden kann. Aufgrund der Kapitalstruktur des Konzerns ist die Nutzung eines Zinsvortrags in der Zukunft nicht wahrscheinlich. Deshalb werden auf Zinsvorträge in Höhe von 382,7 Mio. € (31.12.2014: 6,8 Mio. €) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Die Erhöhung der steuerlichen Zinsvorträge resultierte im Wesentlichen aus dem Zusammenschluss mit der GAGFAH- und der SÜDEWO-Gruppe. Im Geschäftsjahr 2015 erhöhten zudem nichtabziehbare Zinsen in einzelnen Gesellschaften den Zinsvortrag um 174,4 Mio. € (2014: 6,8 Mio. €). Der aus dem Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf den neu entstandenen Zinsvortrag resultierende Steuereffekt beträgt 56,9 Mio. € (2014: 1,0 Mio. €).

Die Überleitungsrechnung zwischen dem effektiv ausgewiesenen Steueraufwand und dem erwarteten Steueraufwand, der sich aus dem Produkt des Konzernergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit dem im Inland anzuwendenden Steuersatz ermittelt, ergibt sich aus der folgenden Aufstellung.

in Mio. €

 

2015

 

2014

 

 

 

 

 

Ergebnis vor Steuern

 

1.734,5

 

589,1

Ertragsteuersatz in %

 

33,1

 

32,6

Erwarteter Steueraufwand

 

574,1

 

192,2

 

 

 

 

 

Gewerbesteuereffekte

 

62,8

 

-7,8

Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben

 

7,5

 

1,8

Steuerfreies Einkommen

 

-0,5

 

-2,0

Änderung der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge und temporäre Differenzen

 

-1,7

 

2,6

Nicht angesetzte neu entstandene Verlust- und Zinsvorträge

 

95,1

 

8,7

Aperiodische laufende Ertragsteuern und Steuern auf Garantiedividenden

 

1,3

 

-4,7

Steuersatzänderung im Inland

 

 

-3,4

Abweichende ausländische Steuersätze

 

-1,7

 

-0,3

Übrige Steuereffekte (netto)

 

2,9

 

-7,7

Effektive Ertragsteuern

 

739,8

 

179,4

 

 

 

 

 

Effektiver Ertragsteuersatz in %

 

42,7

 

30,5

Die latenten Steuern setzen sich wie folgt aus temporären Differenzen und ungenutzten Verlustvorträgen zusammen:

in Mio. €

 

31.12.2015

 

31.12.2014

 

 

 

 

 

Immaterielle Vermögenswerte

 

0,6

 

Investment Properties

 

3,5

 

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

 

0,1

 

Sachanlagen

 

0,3

 

0,1

Finanzielle Vermögenswerte

 

3,2

 

2,1

Sonstige Vermögenswerte

 

58,4

 

15,8

Pensionsrückstellungen

 

75,5

 

58,6

Übrige Rückstellungen

 

50,6

 

18,2

Verbindlichkeiten

 

82,2

 

76,0

Steuerliche Verlustvorträge

 

584,7

 

346,2

Aktive latente Steuern

 

859,1

 

517,0

in Mio. €

 

31.12.2015

 

31.12.2014

 

 

 

 

 

Immaterielle Vermögenswerte

 

0,9

 

Investment Properties

 

3.089,5

 

1.570,1

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

 

154,8

 

10,8

Sachanlagen

 

3,5

 

1,2

Finanzielle Vermögenswerte

 

5,4

 

Sonstige Vermögenswerte

 

11,6

 

16,8

Übrige Rückstellungen

 

21,8

 

2,2

Verbindlichkeiten

 

27,6

 

33,7

Passive latente Steuern

 

3.315,1

 

1.634,8

Überhang passive latente Steuern

 

2.456,0

 

1.117,8

Eine Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt, soweit sowohl eine Identität des Steuergläubigers und der Steuerbehörde als auch Fristenkongruenz bestehen. Infolgedessen werden folgende aktive bzw. passive latente Steuern bilanziert:

in Mio. €

 

31.12.2015

 

31.12.2014

 

 

 

 

 

Aktive latente Steuern

 

72,3

 

15,0

Passive latente Steuern

 

2.528,3

 

1.132,8

Überhang passive latente Steuern

 

2.456,0

 

1.117,8

Die Veränderung des Bestands latenter Steuern stellt sich wie folgt dar:

in Mio. €

 

2015

 

2014

 

 

 

 

 

Überhang passive latente Steuern zum 1. Januar

 

1.117,8

 

922,0

Latenter Steueraufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung

 

718,1

 

176,1

Latente Steuern in Zusammenhang mit Erstkonsolidierungen

 

620,5

 

56,1

Im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderung latenter Steuern auf zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

 

0,2

 

Im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderung latenter Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen

 

10,9

 

-18,2

Im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderung latenter Steuern auf derivate Finanzinstrumente bezüglich Verbindlichkeiten

 

3,8

 

-12,2

Direkt im Eigenkapital erfasste latente Steuern auf abgegrenzte Kapitalbeschaffungskosten in Zusammenhang mit der Begebung eines Hybrids mit unbegrenzter Laufzeit

 

 

-2,9

Direkt in der Kapitalrücklage erfasste latente Steuern auf Kapitalbeschaffungskosten für Kapitalerhöhungen

 

-15,3

 

-3,1

Überhang passive latente Steuern zum 31. Dezember

 

2.456,0

 

1.117,8

Für bei Tochtergesellschaften aufgelaufene Gewinne in Höhe von 7.579,4 Mio. € (31.12.2014: 3.304,3 Mio. €) werden keine latenten Steuerschulden passiviert, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit investiert bleiben sollen bzw. keiner Besteuerung unterliegen. Bei einer Ausschüttung würden 5% der Gewinne der deutschen Besteuerung unterliegen, sodass sich hieraus in der Regel eine zusätzliche Steuerbelastung ergeben würde. Von einer Ermittlung der potenziellen steuerlichen Auswirkungen wurde wegen des unverhältnismäßig hohen Aufwands abgesehen.